eGIGO » Photovoltaikanlage » Photovoltaikanlage Steuer

Photovoltaikanlage Steuer

Mit privaten Solaranlagen nutzen Sie gleich zwei Vorteile der Photovoltaik als Form der regenerativen Energiegewinnung durch die Kraft der Sonne.

Zum einen decken Sie Ihren privaten Energiebedarf durch eine ressourcenschonende und umweltbewusste Energieform.

Zum anderen können Sie Photovoltaik auch als lukrative Einnahmequelle nutzen, indem Sie nicht benötigte Energie ins öffentliche Versorgungsnetz einspeisen und durch den Stromverkauf bares Geld einnehmen.

Hier erfahren Sie, wie Sie als privater Unternehmer auf dem Gebiet der Photovoltaik rechtssicher agieren und zudem eine Menge Steuern sparen können.

Kleinunternehmer oder Umsatzsteuerpflicht?

Ein Gewerbe als Photovoltaikanlagen-Besitzer können Sie in Abhängigkeit Ihres Einkommens aus dem Stromverkauf in zwei unterschiedlichen steuerrechtlichen Varianten führen: Als Kleinunternehmer sind Sie von der Umsatzsteuerpflicht befreit.

Diese Vergünstigung können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie mit Ihren Einkünften unter der aktuellen Grenze von 17.500 Euro im Jahr liegen.

Darüber sind Sie zur Zahlung der Umsatzsteuer verpflichtet, die jedoch ein durchlaufender Posten ist, da Sie das Geld im Rahmen Ihrer Steuererklärung geltend machen können.

Egal, welche unternehmerische Tätigkeit Sie mit Ihrer Solaranlage ausüben: Die Meldung als Gewerbe und beim Finanzamt ist für Privatpersonen ebenso Pflicht wie für klassische Unternehmensformen.

Steuern sparen rund um Ihre Solaranlage

Als Betreiber einer privaten Photovoltaik-Anlage mit Einspeisung ins öffentliche Stromnetz kommen unter Umständen Gewerbe-, Einkommens- und Umsatzsteuer auf Sie zu. Mit den folgenden Steuertipps können Sie die Steuerlast unter Umständen deutlich reduzieren:

Umsatzsteuerfreiheit für Kleinunternehmer

Photovoltaikanlage Steuer
Photovoltaikanlage Steuer ©haitaucher39 – stock.adobe.com

Wenn Sie eine kleine Solaranlage oder Ihr Geschäft mit der Photovoltaiknutzung erst im Anfangsstadium ist, liegen Sie vielleicht unter einem Jahresumsatz von 17.500 Euro beziehungsweise 50.000 Euro im nachfolgenden Jahr.

Das bedeutet, dass Sie Ihre Leistungen nicht mit dem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent berechnen und auch nicht zu diesem Steuersatz gegenüber dem Finanzamt umsatzsteuerpflichtig werden.

Um das Kleinunternehmertum nach §19 Umsatzsteuergesetz zu nutzen, legen Sie dem Finanzamt eine Umsatzprognose vor und beantragen die Kleinunternehmerregelung. Gut zu wissen: Kleinunternehmerregelung und Umsatzsteuerbefreiung greifen bei der Solaranlage bis 10 kWh.

Vorsteuerabzugsmöglichkeiten nutzen

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage kaufen und betreiben, können Sie in diesem Zusammenhang ebenfalls Steuern sparen. Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer (nicht Kleinunternehmer!) dürfen Sie die beim Kauf angefallene Umsatzsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen. Das bedeutet, dieses Geld bekommen Sie wieder.

Das Gleiche gilt für Kosten, die Ihnen durch Wartungsarbeiten an der Solaranlage sowie deren Unterhalt entstehen.

Wichtig: Diese Regelung setzt voraus, dass Sie fünf Jahre als umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen agieren. Erst nach diesem Zeitraum ist es Ihnen möglich, beim Vorliegen der entsprechenden Voraussetzung wieder die Kleinunternehmerregelung zu beantragen.

Pauschal gilt: Je größer die Solaranlagen sind, umso lohnenswerter ist der Abzug von Vorsteuer. Unterstützung im Hinblick auf den organisatorischen Aufwand bietet Ihnen in diesem Zusammenhang ein Steuerberater.

Sie möchten noch mehr Steuern sparen? Abschreibungsmöglichkeiten rund um die Solaranlage nutzen.

Die Anlage für Photovoltaik wird steuerrechtlich zu den sogenannten beweglichen Wirtschaftsgütern gezählt. Das bedeutet, dass Sie die Solaranlage über die geschätzte Nutzungsdauer hinweg bei Ihrer jährlich verpflichtenden Steuererklärung abschreiben dürfen. Der Zeitraum der Abschreibung beziehungsweise der Nutzungsdauer einer Photovoltaik-Anlage wird mit 20 Jahren veranschlagt.

Kosten bei der Einkommensteuererklärung absetzen

Die Grenzen der Einkommenssteuerpflicht betragen seit 2018 für ledige Personen 9.000 sowie für verheiratete oder in einer Lebenspartnerschaft lebende Personen 18.000 Euro. Wenn Sie feststellen möchten, ob Sie von dieser Regelung profitieren und deutlich Steuern sparen können, ist es wichtig, dass Sie vorab Ihren eigenen Verbrauch sowie die Abschreibungskosten von Solaranlagen abziehen. Haben Sie noch andere Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, müssen diese jedoch hinzugerechnet werden.

Gewinngestaltung mit Blick auf niedrige Steuern

Der Gewinn, den Sie jährlich erzielen, kann von Ihnen spürbar beeinflusst werden. Hier lohnt es sich, die Einspeisevergütung des öffentlichen Versorgungsnetzes konstant im Blick zu behalten. Wenn diese für die Photovoltaik-Anlage weiterhin reduziert wird, ist der alleinige Eigenverbrauch oft günstiger als die Kombination mit einer zusätzlichen Einspeisung.

Damit die von Ihnen erzeugte wertvolle Energie konserviert werden kann, eignen sich Stromspeicher. Eine Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher erfährt eine besondere steuerliche Behandlung und bedarf der Prüfung durch das Finanzamt. Die Beratung durch einen qualifizierten Steuerberater ist anzuraten.

Das Marktintegrationsmodell und seine Auswirkungen

Im Hinblick auf die Vergütung von Einspeisungen aus privaten Photovoltaikanlagen ins öffentliche Stromnetz ist es wichtig, dass Sie das im Jahr 2014 in Kraft getretene Marktintegrationsmodell kennen. Es besagt, dass Strom nur noch zu 90 % nach dem aktuellen EEG-Sätzen vergütet werden darf. Eine Ausnahme dieser Regel bilden Solaranlagen, deren Leistung unter 10kWp liegt.

Die Konsequenzen für die Betreiber von Solaranlagen liegen auf der Hand: Der Anteil des Eigenverbrauchs ist deutlich gestiegen und dieser Trend dürfte weiter anhalten. Selbst kleinste Anlagen sind dazu geeignet, Stromkosten und Steuern nachhaltig zu sparen. Daher lohnt sich vor dem Kauf unbedingt eine Berechnung, wie die favorisierte Anlage tatsächlich genutzt werden soll.

Fazit: Solaranlagen verbinden das gute Gefühl, eine umweltschonende Energieart zu nutzen, mit der Möglichkeit, über die Einspeisung überschüssiger Energie ins öffentliche Stromnetz als privater Energieunternehmer erfolgreich sein.

Allerdings muss dieser Schritt genau bedacht und berechnet werden. Im Hinblick auf eine Unternehmerschaft gibt es mit der Kleinunternehmerregelung und der umsatzsteuerpflichtigen Betriebsform zwei mögliche Varianten. Mit beiden können Sie nachhaltig Steuern sparen. Qualifizierte Auskunft hierzu gibt Ihnen bei Bedarf der Steuerberater.

Fachfirmen für Ihre Solaranlage aus Ihrer Region.

Wir finden die passende Fachfirma für Sie!

Jetzt Fachfirmen für Ihre Solaranlage finden!