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Photovoltaik Eigenverbrauch – Eigenbedarf

Im Jahre 2000 wurde das veraltete Stromeinspeisungsgesetz durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ersetzt. Der Gesetzgeber wollte dadurch unter anderem die Investitionsbereitschaft in die Photovoltaik erhöhen.

Daher legte er in den ersten Fassungen des EEG die Einspeisevergütung für Strom aus einer Photovoltaikanlage weit oberhalb des Netzstrom-Preises fest. Im Jahre 2004 lag sie sogar bei 54,7 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Damit war ein wesentlicher Anreiz geschaffen, eine Photovoltaikanlage zu installieren.

Inzwischen hat sich die Situation jedoch geändert. Die Einspeisevergütung ist erheblich zurückgegangen. Sie bewegt sich für Dachanlagen bis 10 Kilowatt peak (kWp = Nennleistung) ab 2014 auf die 12 Cent je kWh zu. Seit Herbst 2018 hat sie auch diese Marke unterschritten. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage: Rentiert sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage noch?

Teuren Netzstrom meiden

Photovoltaik Eigenverbrauch - Eigenbedarf
Eigenverbrauch aus Photovoltaikanlage optimieren ©LianeM – stock.adobe.com

Tatsächlich kann dies auch weiterhin uneingeschränkt bejaht werden. Zuzüglich zu Nachhaltigkeitsaspekten bleibt eine Photovoltaik-Anlage auch aus wirtschaftlicher Hinsicht eine lohnende Investition. Zu bedenken ist nämlich, dass die ehemals sehr hohen Einspeisevergütungen vor allem den hohen Kosten für eine Photovoltaikanlage Rechnung trugen.

Nicht nur die Anschaffungspreise befanden sich um ein Vielfaches über dem heutigen Niveau. Auch der Wirkungsgrad damaliger Anlagen lag erheblich unter heutigen Werten.

Während die Leistungsfähigkeit von Photovoltaik-Anlagen jedoch gestiegen und ihre Preise gefallen sind, ist es beim Netzstrom zu empfindlichen Preissteigerungen gekommen. Damit eröffnet sich folgende Rechnung:

  • Rund zehn Cent betragen die Entstehungskosten für eine kWh Photovoltaik-Strom.
  • Knapp 12 Cent pro kWh kommen als Vergütung für eingespeisten Solarstrom zusammen.
  • Für Netzstrom allerdings werden je kWh Preise ab 29 Cent fällig.

Das Sparpotenzial einer Photovoltaik-Anlage kann also enorm gesteigert werden, wenn die Einspeisung von Solarstrom so weit wie möglich vermieden und stattdessen der Eigenverbrauch zulasten der Netzstrom-Abnahme gesteigert wird.

Eigenverbrauch optimieren, wenn Sie außer Haus sind?

Einem hohen Eigenverbrauch steht allerdings entgegen, dass wir oft genau dann am wenigsten Strom verbrauchen, wenn die Photovoltaik-Anlage im Tagesverlauf am meisten produziert. Dann sind die meisten von uns am Arbeitsplatz beziehungsweise in der Schule oder an der Uni.

Verbrauchsspitzen hingegen liegen insbesondere morgens und abends in den Zeitabschnitten, in denen die Solarstrom-Erzeugung fast oder vollständig ruht. Hier nutzen wir das Bad, die Kaffeemaschine, Herd und Backofen, schauen Fernsehen oder haben die Beleuchtung eingeschaltet.

Folge ist: morgens und abends kaufen wir Netzstrom zu hohen Preisen hinzu und tagsüber geben wir Solarstrom zu einem niedrigen Preis ins Netz ab. Das muss nicht mehr sein!

Mit einem Energiemanagementsystem den Eigenverbrauch optimieren

Ein Energiemanagementsystem ist hier ein Schlüssel um den Eigenverbrauch zu optimieren. Über komfortable Einstellmöglichkeiten erreichen Sie mit diesem System, dass verschiedene Geräte wie die Geschirrspülmaschine oder auch der Backautomat ihren Dienst tun, wenn viel Strom erzeugt wird, Sie aber nicht zu Hause sind.

Die Schaltung kann beispielsweise über geeignete Funksteckdosen erfolgen. Stromverbraucher jedoch, die beim Betrieb beaufsichtigt werden müssen oder zu Ihrer direkten Nutzung zur Verfügung stehen, können nicht auf diese Weise zeitlich versetzt geschaltet werden.

Dennoch wird diese Art des Energiemanagements mit der Weiterentwicklung von Smart-Home-Konzepten zukünftig an Stellenwert gewinnen.

Photovoltaikanlage und Stromspeicher kombinieren

Eine weitere Möglichkeit, um Ihren Eigenverbrauch zu optimieren, stellt eine Kombination aus Photovoltaikanlage und Stromspeicher dar. Der Einsatz von sogenannten Akkus oder wieder aufladbaren Batterien war bis vor kurzem noch bei geringem Wirkungsgrad recht kostspielig. Neue Speichertechnologien haben jedoch zu erheblichen Leistungssteigerungen bei deutlich geringeren Kosten geführt. Damit machen sich diese Stromspeicher schon nach einigen Jahren bezahlt.

So wird es gemacht: Idealerweise werden sie in ein Energiemanagementsystem eingebunden. Dabei kann der Ladevorgang sattfinden, wenn Solarstrom produziert wird, andere Verbraucher aber abgeschaltet sind. So wird der selbst erzeugte Strom für den Eigenverbrauch genutzt und erst dann wieder ins Stromnetz eingespeist, wenn der Stromspeicher vollständig geladen ist.

Auf der anderen Seite steht der Speicher-Strom zu Zeiten des Spitzenverbrauchs zur Verfügung, wenn die Photovoltaikanlage gewöhnlich keinen Strom liefert. Auf teuren Netzstrom brauchen Sie erst dann wieder zuzugreifen, wenn der Akku des Stromspeichers entladen ist. Damit können Sie nicht nur Ihren Eigenverbrauch optimieren, sondern werden zudem noch unabhängiger von ihrem Stromversorger.

Geld sparen, auch wenn die Einspeisevergütung ausläuft!

Das EEG legt fest, dass vom Zeitpunkt der Installation einer Photovoltaikanlage für 20 Jahre eine Einspeisevergütung geleistet wird. Bei vielen älteren Anlagen läuft diese Frist in den kommenden Jahren aus. Das braucht Sie jedoch nicht zu beunruhigen.

Eine Photovoltaik-Anlage hat sich in diesem Zeitraum in der Regel bereits mehr als gerechnet. Gleichzeitig besteht fast immer die Möglichkeit, ein Energiemanagementsystem sowie einen Stromspeicher nachzurüsten. Damit bieten auch Altanlagen die Möglichkeit, den Eigenverbrauch zu optimieren und Stromkosten insbesondere bei steigenden Preisen weiter zu reduzieren.

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